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Gehe früher in Rente und kenne dein Netto

Rente mit 63, Abschläge, Krankenversicherung der Rentner, Betriebsrente, Steuern auf Renten …. Wie viele Infos zur Rente hast du dir im Internet schon durchgelesen?

Und …. weißt du jetzt alles über deine persönliche Situation? Kennst du die Zahlen?

Das ist meist das fehlende Glied: Alle Infos, die du brauchst, sind allgemein verfügbar, aber wie du damit dein ganz persönliches Netto im Rentenalter herauskriegst, steht da eben nicht.

Mit diesem Artikel will ich das ändern. Ich zeige dir kurz und knapp, wie du deinen optimalen Zeitpunkt zum Renteneintritt sowie die Nettoeinkünfte herausfindest, mit denen du dann rechnen kannst.

Erstens: dein Rentenbeginn-Datum

Wähle den ersten Tag eines beliebigen Monats eines beliebigen Jahres in deiner Zukunft. Bleibe realistisch, dann ersparst du dir einigen Aufwand.  Bedenke zum Beispiel, dass du ohne Schwerbehinderung frühestens mit 63 Jahren in eine gesetzliche Altersrente gehen kannst. Lass uns diesem Datum einen schönen Namen geben. Wie wär’s mit

Neustart-Tag

Zweitens: deine Ausgaben

Wenn du weißt, wie viel Geld du brauchst, um ab deinem Neustart-Tag gut leben zu können, hast du den fast wichtigsten Teil erledigt.

Du willst essen, wohnen ……  und was noch?

Beantworte dir selbst folgende Fragen zu deinen Ausgaben:

  • Wie viel Geld gibst du zurzeit im Durchschnitt monatlich oder jährlich für deine Lebenshaltung aus? 
  • Was davon wird automatisch entfallen, sobald du nicht mehr berufstätig im derzeitigen Job bist?
  • Was wird nach dem Renteneintritt an Ausgaben dazukommen?
  • Auf welche Features in deinem Leben wärst du bereit zu verzichten, um früher aussteigen zu können?
  • In welcher Höhe können dadurch Ausgaben entfallen?

Fallen dir noch mehr hilfreiche Fragen in diesem Zusammenhang ein? Nimm dir Zeit, sie in Ruhe zu beantworten. 

Am Ende deiner Reflexion über deine derzeitigen und deine zukünftigen Ausgaben sollte je ein jährlicher Betrag stehen, der wirklich alle deine kleinen und großen Ausgaben enthält

Wenn du keinerlei Haushaltsbuch führst und trotzdem nicht von null anfangen willst, kann dir der Ausgabenplaner 55plus weiterhelfen. 

Drittens: deine Einnahmen

Erschließe dir sämtlich Einkommensquellen, also gesetzlich, betrieblich und privat. Umso früher kannst du in Rente gehen.

Die gesetzliche Rente

Die gesetzliche Rente basiert auf einem Umlagesystem: die Beiträge, die wir (also z. B. die nicht selbstständig Beschäftigten) in diesem Monat einzahlen, werden quasi sofort an die Rentner unseres Landes ausgeschüttet. Wie du weißt, sollte jede(r) möglichst diversifiziert investieren, und es ist gut, in seinem Portfolio auch einen umlagefinanzierten Baustein zu haben. Also Haken dran 😀✔, gut gemacht!

Ein berufsständisches Versorgungswerk wirkt ähnlich wie die gesetzliche Rente. Als Ärztin, Architekt oder Rechtsanwältin ist diese Versorgungsform also genauso relevant wie für alle anderen.

Wenn du jetzt bereit bist, tiefer zu tauchen: in diesem Artikel beschreibe ich dir genau, wie du die für dich wichtigen Informationen zu deiner gesetzlichen Rente zusammenstellst:

Die betriebliche Versorgung

Die betriebliche Altersversorgung ermöglicht dir (oder bezahlt sogar) dein Arbeitgeber. Er zweigt schon vor der Versteuerung Teile deines Bruttogehaltes ab und zahlt sie für dich in ein geeignetes Altersvorsorgeprodukt ein. Für diese Beiträge zahlst du keine oder ermäßigte Steuern und Sozialversicherungsbeiträge, dafür werden die Auszahlungen später im Rentenalter versteuert und verbeitragt.

Es gibt Arbeitgeber, die direkt und in eigenem Namen Versorgungszusagen machen. Andere holen einen externen Versorgungsträger dazu. (VBL, BVV etc.).

Wichtig ist für dich, dass du genau deine Ansprüche kennst, also weißt, was du zu erwarten hast.

Mehr zu den verschiedenen Arten der betrieblichen Altersversorgung und was sie für dich genau bedeuten, erfährst du hier:

Deine private Vorsorge

Mit privater Vorsorge meinen wir oft Produkte wie Lebens- und Rentenversicherungen. Die laufen bei dir vermutlich schon etwas länger und können als fixe Größe in deiner Vorsorge gelten. 

Aber denke auch an Tagesgelder, Festgelder, Immobilien, ETF-Depots, Fonds, Aktien.

Keine Lust, dich um dieses Thema ganz alleine zu kümmern? Das brauchst du auch nicht: im Onlinekurs „Deine Nettorente im Blick“ 

  • triffst du Menschen mit dem gleichen Ziel,
  • bekommst du detaillierte Video-Anleitungen zum Zusammenstellen deiner Einkünfte im Rentenalter,
  • bist du nicht allein, sondern im Austausch mit anderen,
  • stellst du alle Fragen zu deinen persönlichen Nettoeinkünften zum Rentenbeginn in 4 Live-Sessions.

Hier geht’s zur Anmeldung:

Viertens: vom Brutto zum Netto

Mit diesen Abzügen musst du rechnen.

Auch Rentner sind nicht gefeit vor Abzügen wie Steuern und Kranken- und Pflegeversicherung. Es gilt die Regel: was bei Einzahlung steuerlich begünstigt war, wird bei der Auszahlung steuerpflichtig. Das gilt für die betriebliche Altersversorgung genauso wie neuerdings auch für die gesetzliche Rente. Auch Riester- und Rürupverträge werden in der Einzahlungsphase gefördert, können also später nicht steuerfrei sein.

Die private Vorsorge zahlst du aus deinem Netto. Dort wird dann im Auszahlungsfall (z.B. ab Neustart-Tag 😀) nur der Ertrag, also die aufgelaufenen Zinsen versteuert.

Ganz schön komplex, findest du? Hol dir Unterstützung im Onlinekurs „Deine Nettorente im Blick“.

Oder für einen persönlichen Renten-Checkup (1:1) buchst du dir einfach ein Wegweisergespräch mit mir.

Fünftens: Ausgaben vs. Einnahmen

Was tun, wenn noch was fehlt???

Du stellst also deine Ausgaben aus „Zweitens“  deinen Nettoeinnahmen aus „Viertens“ gegenüber. Wenn die Einnahmen höher oder gleich den Ausgaben sind: BRAVO und HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

Wenn deine Ausgaben höher sind als die Einnahmen, dann gibt es noch ein paar Stellschrauben.

 Wir haben es hier mit einem Dreicksverhältnis zu tun.

Dein Neustart-Datum, die prognostizierten Ausgaben und deine Netto-Einnahmen müssen passen, gewissermaßen in Balance stehen, damit du in ein finanziell ausgewogenes Rentenalter starten kannst. 

Und genau das sind deine Stellschrauben.

Ausgaben verringern

Gehe nochmal in deine Ausgabenaufstellung. Worauf kannst du verzichten? Welche Posten erscheinen dir nicht mehr ganz so wichtig, wenn die Alternative Weiterarbeiten wäre?

Einnahmen erhöhen

Einnahmen im Alter erhöhen heißt, jetzt mehr beiseitelegen, damit später mehr Ersparnisse da sind. Suche in deinen heutigen Ausgaben, worauf du verzichten kannst, und lege das eingesparte Geld irgendwohin, wo du es nicht mehr siehst. 

Ich sage dir nichts Neues, wenn ich hier einen ETF-Sparplan ins Spiel bringe. Die Spatzen und alle Zeitungen pfeifen es von den Dächern, dass du mit einer preiswerten Depotbank, einem günstigen Fondsanbieter und einem gut diversifizierten Fonds (Viele Länder, viele Branchen ….) deutlich mehr von deinem Geld hast als z.B. mit einer Rentenversicherung. Das hat vor allem mit den hohen Verwaltungskosten und den Anlagerestriktionen der Versicherer zu tun. Aber, warum solltest du das ausbaden?

Ja, ein ETF kann auch mal im Wert fallen, deshalb solltest du ihn auch für viele Jahre liegenlassen können. Bisher haben z.B. ETF, die den Weltmarkt abbilden, im Langfrist-Schnitt jedes Rennen gegen Versicherungsprodukte gewonnen.

Neustart-Tag verschieben

Wenn du weder an deinen heutigen noch an den zukünftigen Ausgaben schrauben kannst oder möchtest, dann bleibt nur noch, das Datum, zu dem du in Rente gehen willst, nach hinten zu verschieben. 

Über folgende Vorteile darfst du dich dann freuen:

du zahlst länger in deine Vorsorgeprodukte ein

du hast mehr Zeit, noch etwas Geld anzusparen

deine Rente ist höher, weil später die Abschläge geringer sind

Insgesamt arbeitest du eben doch länger und hast dafür mehr Geld fürs Alter zur Verfügung.

Fazit: Eine Frage der Balance

Die Frage: „Wann gehe ich in Rente“ ist eine typische Finanzentscheidung, die ganz viel mit dem Leben zu tun hat.

Wenn du einmal deine Ausgaben und Einnahmen zu einem bestimmten Neustart-Datum gegenübergestellt hast, fühle in dich hinein und finde heraus, welches Opfer du bereit bist zu bringen. Länger arbeiten oder Gürtel enger schnallen? Und was heißt eigentlich Opfer? 

Du hast Alternativen im Leben und kannst frei entscheiden, was dir wichtiger ist.

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